Der Meeresschutz ist ein Hauptanliegen von PADI® Professionals und dennoch gehört nur einer der sechs Umweltschutz-Specialtys (nämlich Peak Performance Buoyancy/Tarieren in Perfektion) zu den beliebtesten Specialty Kursen. Warum ist das so?
„Die Tauchschüler* fragen nicht danach“, könnte eine naheliegende Antwort lauten. Damit ignoriert man jedoch, dass viele Menschen ihre Tauchausbildung machen, weil die Unterwasserwelt und ihre Bewohner sie faszinieren. Jeder Fischfreund, Fotograf und Meeresliebhaber ist potenzieller Teilnehmer der Umweltschutzkurse.
Wenn du die AWARE-Kurse bereits aktiv anbietest: Danke! Danke, dass du die PADI AWARE Foundation™ beim Umweltschutz unterstützt und deinen Mitmenschen ermöglichst, sich für unsere Meere einzusetzen. Für alle, die schon lange kein AWARE-Brevet mehr ausgestellt haben, berichten wir folgend, wie PADI Instructors aus allen Winkeln der Welt die Umweltschutzkurse als Wettbewerbsvorteil nutzen. Außerdem erhältst du wertvolle Tipps für deinen Unterricht. Aber: Die Anregungen in diesem Artikel ersetzen nicht das Instructor Training durch einen PADI Course Director
PADI AWARE Specialist
Im PADI AWARE Specialist lernen die Teilnehmer etwas über die Meeresgesundheit, was sie gefährdet und wie sie selbst die Umwelt weniger belasten können. Jeder kann an diesem Kurs teilnehmen, auch Nicht-Taucher.
„Die meisten Anfänger wissen nicht, dass sie sich sofort am Umweltschutz beteiligen können. Sie nehmen an, dass dies nur etwas für erfahrene Taucher ist“, sagt Nic Emery, PADI Course Director und Mitgründer vom Fifth Point Diving Centre in Northumberland, UK.
Im Fifth Point Diving Centre gehört der AWARE Kurs zum Programm der Open Water Diver Ausbildung. Damit wird aber nicht nur Begeisterung für den Meeresschutz geweckt, das Zusatztraining verschafft dem Unternehmen einen klaren Wettbewerbsvorteil, wie Nic Emery erklärt:
„Erhalten Interessenten von all ihren örtlichen Tauchcentern dasselbe Angebotspaket, treffen sie ihre Kaufentscheidung anhand des Preises. Wenn du ein Angebot erstellst, das tolle Extras enthält, die sonst keiner so anbietet, wählen die Kunden das Angebot, was sie persönlich am meisten anspricht. Der Preis ist dann nicht mehr der entscheidende Faktor. Gehört ein Umweltschutzkurs zum Angebot, kannst du den Paketpreis erhöhen und zugleich Meeresschützer ausbilden, die sich für die Unterwasserwelt einsetzen und die sich beim Tauchen achtsam verhalten.“
Das PADI 5 Star IDC Resort Excel Scuba im spanischen Teneriffa hat Umweltschutzkurse ins Praktikumsprogramm für PADI Divemasters aufgenommen.
„Wir führen die AWARE Specialty Kurse durch, damit all unsere zukünftigen Divemasters die Umweltprobleme unserer Meere verstehen und wissen, was wir als Taucher tun können, um zu helfen“, sagt Michelle Holland, PADI Elite Master Instructor und Dive Centre Manager. „Für uns als PADI Professionals ist es wichtig zu verstehen, was unsere Meere belastet und wie wir das reduzieren können. Bei der Umsetzung helfen uns die AWARE Specialty Kurse und der Einfluss auf unsere Tauchschüler, die wir zu umweltfreundlichem Verhalten anregen.“
Unterrichtstipps
Michelle Holland empfiehlt, neben negativen Fakten auch positive Beispiele anzuführen. „Die AWARE Kurse beinhalten zwar ernsthafte Themen und einige traurige Statistiken, dennoch rege ich die PADI Pros dazu an, sie unterhaltsam zu gestalten und positive Errungenschaften zu erwähnen. Dazu gehören Shark-Finning-Verbote sowie die Einrichtung von Hope Spots und Meeresschutzgebieten“, erklärt sie.
Kostenfreie Ressourcen:
Für Pros:
- AWARE Instructor Guide und Lesson Guides herunterladen.
- Video ansehen: How the AWARE Specialty can create a culture of ConEd and equipment sales (auf Englisch).
Für Tauchschüler: Das Our World, Our Water Manual von PADI AWARE kostenfrei herunterladen.
Coral Reef Conservation/Korallenriff-Schutz
Die meisten Taucher, Schnorchler und Freitaucher waren bereits an einem Korallenriff oder planen einen entsprechenden Trip. Im Kurs PADI AWARE Coral Reef Conservation Specialty wird ihnen die komplexe und fragile Natur eines Korallenriffs erklärt und sie lernen, sorgsam damit umzugehen.
„Tauchern und Nicht-Tauchern etwas über die Korallenriffe beizubringen ist überaus bereichernd“, erzählt Rena Hall, Director of Conservation beim Silent World Dive Center, Florida Keys, USA. „Die Teilnehmer strahlen, wenn sie verstehen, wie komplex und schön Korallen sind.“

Das Silent World Dive Center befindet sich in Key Largo, ebenso wie das drittgrößte Barriereriff der Welt. Das PADI 5 Star IDC arbeitet mit lokalen Organisationen zusammen, um das Riff zu erhalten, Teilnehmer erfahren in den Coral Reef Conservation Kursen mehr über diese Programme.
„Wir wollen uns für die Meere einsetzen und etwas zum Meeresschutz beitragen“, sagt Rena Hall.
Unterrichtstipps
- Gestalte den Unterricht zwanglos und interaktiv.
- Stimme den Kurs auf die Teilnehmer und die lokalen Umweltgegebenheiten ab.
- Verwende Auszüge aus dem AWARE – Our World, Our Water Manual (gratis herunterladen).
- Beziehe deine Umweltprogramme und Partner mit ein.
Dive Against Debris®
Mit dem Dive Against Debris Specialty Kurs machst du aus deinen Teilnehmern Bürgerwissenschaftler, die jeden Tauchgang für den Umweltschutz nutzen können. #MakeEveryDiveCount. Sie lernen, wie sie Meeresmüll achtsam entfernen und wissenschaftlich erfassen. Mindestens ebenso wichtig ist ihr wachsendes Bewusstsein für das globale Meeresmüll-Problem und ihr zunehmender Einsatz für unsere Meere.
Teilnehmer der Kurse bei Abyss Ocean World in Bali, Indonesien haben Meeresmüll geborgen, der aus Europa und Amerika dort hingelangt ist.
„Die Teilnehmer sind immer wieder überrascht, welche Arten von Verschmutzung sie vorfinden und welche weiten Entfernungen der Müll oft zurückgelegt hat. Der Dive Against Debris Kurs macht das Ausmaß der Bedrohung für unsere Meere anschaulich.“
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Unterrichtstipps
Das Instructor-Team bei Abyss Ocean World empfiehlt: Sorge dafür, dass sich deine Teilnehmer nicht als glorifizierte Müllsammler empfinden. Hilf ihnen, voll vom Kurs zu profitieren, indem du den gesamten Kreislauf verständlich machst. Sammelt den Müll, sortiert, listet und identifiziert ihn und besucht ein örtliches Entsorgungszentrum. Du könntest auch ein Video darüber zeigen, wie die Meeresverschmutzung sich auf die lokale Umwelt auswirkt. Das ermöglicht deinen Schülern, die globalen Ausmaße der Meeresverschmutzung zu verstehen und kritisch darüber nachzudenken, was sie selbst zu Hause und auf Reisen tun können, um möglichst umweltfreundlich zu agieren und örtlichen Gemeinschaften zu helfen.
Dive Against Debris ist nicht nur etwas für Gerätetaucher: Personen mit Brevetierungen zu PADI Advanced Mermaid, PADI Freediver™ und mit anderen qualifizierten Brevetierungen können sich zum Dive Against Debris Specialty Kurs anmelden.
Fischidentifikation
Eine der häufigsten Fragen nach dem Tauchgang ist „Was war ________?“, mit Beschreibung des Aufenthaltsorts, der Größe und individueller Merkmale des Lebewesens.

Als Tauchprofi bist du wahrscheinlich stolz darauf, fachgerecht antworten zu können. Dabei solltest du aber auch die Gelegenheit ergreifen, deinen Tauchern zu besseren Tauchgängen zu verhelfen, indem du sie zur Anmeldung zum PADI Fish Identification Specialty Kurs animierst.
Beim Bocas Dive Center in Panama absolvieren alle Tauchguides ihren Kurs zur Fischbestimmung (Fish Identification). „Unsere Gäste profitieren davon, zu erfahren, was sie unter Wasser gesehen haben und wir nehmen uns immer Zeit und helfen ihnen dabei, ihre Sichtungen ins Logbuch einzutragen“, sagt Kelly Paterson, Marketing Manager im Bocas Dive Center.
„Dabei wird bei den meisten Tauchern das Interesse am Fish Identification Kurs geweckt. Sie erleben selbst, dass ihr Taucherlebnis mit diesem Kurs verbessert wird“, fügt sie hinzu
Unterrichtstipps
Wenn es in deinem Tauchrevier keine vielfältigen Fischbestände gibt, könntest du den Kurs in Vorbereitung auf einen exotischen Tauchurlaub anbieten, um Vorfreude aufzubauen. Sollte es in deiner Nähe ein gut geführtes Aquarium geben, könnte ein Ausflug mit den Kursteilnehmern dorthin lohnen.
Kelly Paterson, PADI Master Instructor und Fish ID Specialty Instructor, gibt zudem folgende Tipps:
- Nimm dir vor dem Tauchgang Zeit und erkläre, was gestreift, gebändert, getüpfelt und gefleckt bedeutet sowie wesentliche Merkmale wie die Flossen- und Schwanzform.
- Zeige den Teilnehmern Fische, die in dem Revier häufig vorkommen und erkläre, wie man sie erkennen und sich ihre Namen merken kann (z.B. hat der Mutton-Schnapper die Merkmale eines Schnappers und einen seitlichen Punkt, englisch ‚button‘, was sich auf Mutton reimt).
- Wenn Taucher mit entsprechendem Training dabei sind, ermuntere sie, Fotos und Videos von den Lebewesen zu machen, die ihnen unbekannt sind.
- Biete den Teilnehmern ausreichend Zeit und Platz, um nach den Tauchgängen Zeichnungen der Fische anzufertigen.
- Verwende Fischführer, um den Teilnehmern bei der Bestimmung der von ihnen gezeichneten oder gefilmten Fischarten zu helfen.
Peak Performance Buoyancy/Tarieren in Perfektion
„Wir sehen immer wieder Taucher, die nicht gut tarieren und unsere Tauchplätze beschädigen, ohne es überhaupt zu merken“, sagt Jay Clue, Umweltschützer und Gründer von Dive Ninja Expeditions in Cabo San Lucas, Mexiko. „Ich finde, dass wir als Instructors dafür Verantwortung tragen, dass unsere Tauchschüler besser tauchen und keinen Schaden anrichten.“

Als Tauchprofis können wir diese Ermahnung nachvollziehen. Es gibt zwar Taucher, die nicht wahrhaben wollen, dass sie schlecht tarieren, die meisten möchten aber ihren Luftverbrauch verringern und sich unter Wasser kompetent bewegen.
„Der Kurs Peak Performance Buoyancy ermöglicht uns, unseren Schülern bei der optimalen Tarierung zu helfen, wodurch sie besser tauchen und sich im Wasser wohler fühlen“, erläutert Jay Clue.
Dive Ninja Expeditions hat ein „Ninja Level“ Programm im Angebot, bei dem PADI Core Kurse mit passenden Specialtys kombiniert werden. Das Dive Ninja Level 1 Paket beinhaltet: PADI Open Water Diver, Peak Performance Buoyancy und AWARE Specialist.
„Wir wollen unseren Schülern für ihre Tauchausbildung ein abgerundetes Konzept anbieten, mit dem sie zu besseren Tauchern und zu Meeresschützern werden. Durch das zusätzliche Training im Wasser profitieren Tauchanfänger von mehr Übungszeit, um an ihren Fertigkeiten und ihrer Tarierung zu arbeiten und lernen zugleich, wie sie zum Meeresschutz beitragen können“, erklärt Jay Clue.
Unterrichtstipps
„Um den Tauchschülern zu vermitteln, wie ihre Atmung sich während eines Tauchgangs auf ihre Tarierung und Kontrolle auswirkt, wähle ich am Tauchplatz Routen aus, bei denen es hoch und runter geht. Zudem nutze ich Unterrichtstechniken aus meinen Tec-Tauch-Workshops, die das räumliche Bewusstsein und die Tarierungskontrolle auf Mikroebene trainieren“, verrät Jay Clue.
Im folgenden Video erfährst du die Unterrichtstipps von Greg McCracken, PADI Course Director und Mitinhaber vom Ocean Quest Dive Centre in British Columbia, Kanada.
AWARE Shark Conservation
Der AWARE Shark Conservation Kurs zielt darauf ab, das Bewusstsein für die diversen Gefahren zu wecken, unter denen unsere Haie leiden. Viele Taucher interessieren sich ohnehin für Haie und mit diesem Kurs erlangen sie tieferes Verständnis für deren Probleme und lernen, wie sie sich für den Schutz der Haie einsetzen können.
„Die Teilnehmer sind meist überrascht, schockiert und enttäuscht, wenn sie erkennen, wie die Haipopulationen von uns Menschen und weiteren Einflüssen gefährdet werden“, berichtet Matt Bolton, PADI Course Director und Marine Conservationist bei PADI CDC Black Turtle Dive in Koh Tao, Thailand. „Wir können aber etwas für ihren Schutz tun, wenn die Teilnehmer die nötigen Werkzeuge und Informationen erhalten, um begeisterte Haischützer zu werden. Sie werden befähigt, ihre Familien, Freude und Gemeinschaften weltweit aufzuklären.“
Unterrichtstipps
Für die Brevetierung muss man keinen Hai gesehen haben – wenn es in deinem Tauchrevier aber Haie gibt, empfiehlt Matt Bolton: „Beobachtet sie und macht Notizen zum Verhalten, identifiziert die Art und achtet auf unnatürliche Verletzungen. Taucht dabei verantwortungsvoll und möglichst umweltfreundlich.“
- Nicht-Taucher können am Selbststudium sowie am Gruppenunterricht teilnehmen.
- AWARE Shark Conservation kann als Adventure Dive angerechnet werden.
„Die aktualisierten Kursmaterialien sind für alle Pros eine hervorragende Ressource, sie ermöglichen Instructors, die Entwicklung der theoretischen Kenntnisse umfassend und ganzheitlich zu gestalten“, fügt er hinzu. „Wenn mehr Teilnehmer durch die AWARE Umweltschutzprogramme dazulernen, können wir alle stärker gegen die Ursachen angehen, die unsere Meeresbewohner und unseren blauen Planeten bedrohen.“
Kostenfreie Ressourcen:
Den AWARE Shark Conservation Specialty Instructor Guide, Lesson Guides und Teilnehmerunterlagen kannst du gratis herunterladen.

Alle mal mit anpacken!
Die Meere brauchen unsere Hilfe. Als PADI Professional kannst du Menschen, die sich bereits um unseren blauen Planeten sorgen, zum Handeln motivieren und inspirieren.
Wir müssen alle mitmachen, um den Wandel voranzubringen. Glücklicherweise sind die ersten Schritte einfach:
Alle PADI Assistant Instructors und PADI Open Water Scuba Instructors mit Lehrstatus dürfen AWARE Specialist und Coral Reef Conservation Brevetierungen ausstellen und die Unterrichtsmaterialien sind GRATIS im PADI AWARE Online Teaching Hub erhältlich.
PADI Divemasters dürfen diese Kurse ebenfalls unterrichten, wenn sie ein entsprechendes Training mit einem PADI Course Director abgeschlossen haben.
PADI Freediver Instructors und PADI Mermaid™ Instructors können die Kurse AWARE Specialist, Coral Reef Conservation und Dive Against Debris unterrichten, wenn sie einen Freediver Specialty Course Instructor Antrag (Formular 10338) für die Kurse einreichen, die sie unterrichten wollen. Im AWARE Online Teaching Hub findest du noch weitere Ressourcen und das internationale PADI AWARE Team hilft bei offenen Fragen gerne weiter. Kontakt: [email protected]
Du unterrichtest derzeit nicht? Oder hast du keine Zeit für weitere Kurse? Mache bei Adopt the Blue™ mit. Wähle einen Tauchplatz, den du schützen möchtest, um den globalen Meeresschutz voranzubringen. Dein Tauchplatz und Name erscheinen dann auf der AWARE Weltkarte.
Mehr erfahren oder bei Adopt the Blue mitmachen.
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*In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten sind dabei ausdrücklich einbezogen, soweit es für die Aussage erforderlich ist.