„Den Verkauf und die Zurschaustellung von Korallen, Muscheln und anderen Meereslebewesen verbieten.“
Für viele deiner Taucher sind Meeres-Souvenirs – selbst gesammelt oder gekauft – eine unschuldige Erinnerung an die von ihnen besuchten Orte über und unter Wasser. Professionellen Tauchern hingegen graut es bei dem Gedanken, Korallen, getrocknete Seepferdchen oder Seesterne zu erwerben. Dennoch tragen wir mit Vergnügen ein Armband oder eine Kette aus Muscheln. Aber das ist doch sicher etwas anderes, oder?
Nun ja…leider ist das nicht so. Unser Interesse an kleinen Schmuckstücken aus dem Meer zeigt zwar vielleicht unsere generelle Liebe zum Ozean, diese Gewohnheit kann in der Praxis langfristig jedoch verheerend für die marinen Ökosysteme sein. Als PADI Professional bestimmt dein Handeln die Normen unserer Branche und beeinflusst das Verhalten von Tauchern zum Guten – oder Schlechten.
Wir schlagen dir vor, deine Taucher über den Handel mit Meereslebewesen aufzuklären und mit den folgenden, einfachen Strategien zu einer globalen Verhaltensänderung in der Branche beizutragen:

1. Sprich es an
Es ist nur eine klitzekleine Muschel in der Jacket-Tasche deines Tauchers. Das richtet doch keinen Schaden an, oder? Das ist nicht der Rede wert und braucht nicht angesprochen zu werden. Ganz so ist es leider nicht. Laut der Weltorganisation für Tourismus stiegen internationale Touristenankünfte im Jahr 2018 um etwa 6% auf stattliche 1,4 Milliarden. Diese Zahl beinhaltet noch keine Personen, die innerhalb ihres Heimatlandes reisen und tauchen.
Die Pandemie hat diesen Trend zwar vorerst gestoppt, der internationale Reiseverkehr wird aber wieder zunehmen, und zwar stärker als zuvor. Da 80% des gesamten Tourismus sich bereits auf Küstengebiete konzentriert, bedeutet das eine beträchtliche Menge an Reisenden und Tauchern, die ans Meer wollen.
Wenn jeder zweite Taucher eine Muschel am Riff oder Strand einsammelt, sind die Folgen in Summe verheerend. Leider passiert genau das aber bereits. Wir alle wissen: was dort unten gefunden wird, sollte dort unten bleiben. Gib diese Information also an deine Taucher weiter!
Wenn du bei der Arbeit mit dieser Situation konfrontiert wirst, erinnere deine Taucher freundlich daran, warum es wichtig ist, dass alle Bestandteile des lokalen Ökosystems (= Riff) an Ort und Stelle bleiben. Es ist dein Arbeitsplatz und sie sind Gäste der Unterwasserwelt. Wollen sie das Riff, so wie es ist, nicht für zukünftige Generationen (oder sich selbst in Zukunft) erhalten?
Es ist das alte Mantra „Nimm nur Erinnerungen mit*, lasse nur Luftblasen zurück“ (*und Müll, im Rahmen von Dive Against Debris!). Wenn deine Taucher mehr darüber erfahren wollen, hast du die perfekte Gelegenheit geschaffen, ihnen den Project AWARE Spezialkurs anzubieten. Erledigt!

2. Handle vorbildlich
Es ist so einfach, wie es klingt. Lebe die Standards, die du in dieser Welt sehen willst. In diesem Fall bedeutet das, dich von deiner Haifischzahn-Halskette oder den Muschelohrringen zu verabschieden. Du weißt zwar vielleicht, dass sie aus nachhaltiger Produktion stammen, aber deine Taucher wissen das nicht und du bist ihr Vorbild. Ihre Vorbilder im Tauchen (dich!) mit Schmuck aus Meereslebewesen zu sehen, vermittelt ihnen nicht nur den Eindruck, dass das in Ordnung ist, sondern sogar cool. Da das Tauchen eine coole Sache ist, müssen Tauchprofis der Inbegriff der Coolness sein. Oder nicht?
Es gibt Möglichkeiten, deine Liebe zum Meer zu zeigen und gut auszusehen, ohne das Riff zu schädigen: Tätowierungen von Meerestieren, Schmuck aus recyceltem Meeresmüll, Kleidung und Schwimmsachen aus recyceltem Plastik aus dem Meer und eine wiederverwendbare Wasserflasche.

3. Erschaffe eine Kultur
Wende deine Standards nicht nur auf dich und deine Taucher an. Lasse deinen Einfluss auch auf deine Branchenkollegen und dein Tauchgeschäft wirken. Sieh dich um: Besteht die Dekoration an deinem Arbeitsplatz aus Korallenbruchstücken und Muscheln? Wenn das so ist, sprich deinen Arbeitgeber auf deine Bedenken an. Wenn du der Arbeitgeber bist, ziehe in Betracht, diese Objekte dem Meer zurückzugeben und eine nachhaltigere, meeresfreundliche Dekoration zu wählen.
Dadurch, dass wir Müll aus dem Meer holen und Informationen dazu an die Dive Against Debris Datenbank übertragen, haben wir jede Menge Müll, der ordnungsgemäß entsorgt werden muss. Warum also nicht diese Materialien zur Dekoration des Geschäfts nutzen? Schau dir diesen Weihnachtsbaum an, den Taucher im Lighthouse Dive Center, Dahab, aus Meeresmüll hergestellt haben.
Eine weitere, künstlerische und meeresverträgliche Inspiration ist diese komplett aus Plastikflaschen-Deckeln zusammengestellte marine Wanddekoration.
Sollte dir der Sinn nach etwas Eleganterem stehen, schaue nach professioneller Meereskunst oder Green Fins Postern. Mit diesen Ideen kannst du hervorragend und gratis eine Kultur der Rücksichtnahme gegenüber der Natur in deiner Tauchbasis etablieren – und deine Taucher wissen lassen, was akzeptabel ist und was nicht, ohne ein Wort zu sagen
Hast du meeresfreundliche oder recycelte Dekoration, die du zeigen möchtest? Wir wollen sie sehen! Schließe dich auf padi.com/onebillion der Torchbearer Community an und veröffentliche Bilder deiner Kreationen in der PADI Torchbearer Facebook Gruppe (den Link erhältst du im Begrüßungs-E-Mail). Wir sehen uns dort!
Lade das Green Fins Meeres-Souvenirs Poster herunter
