Zur Sicherung der eigenen Lebensgrundlage wird von professionellen Tauchern zunehmend erwartet, sich branchenweit für den Umweltschutz einzusetzen. Wo aber anfangen, angesichts der diversen Bedrohungen für unsere Meere?

Cleanups und die Datenerfassung zum Leben im Meer sind Möglichkeiten, aktiv zu werden (z.B.: Dive Against Debris). Damit lieferst du Regierungen sowie NGOs Informationen darüber, wo sie ihre Kräfte einsetzen sollten.

Außerdem haben wir als Pros großen Einfluss auf unsere Tauchschüler und Tauchgäste und sollten sie zum Umweltschutz anhalten. Alle Taucher erinnern sich an den Instructor, der ihnen das Tauchen beigebracht hat und auch an die Worte der Tauchguides, mit deren Tipps ihre Tauchfertigkeiten und nicht zuletzt auch der Tauchurlaub besser wurden.

WAS SIND UMWELTSTANDARDS?

Der Begriff „Umweltstandard“ bezieht sich auf Verhaltensweisen, dank denen unsere Tauchgänge der Umwelt nicht schaden. Weltweit steigende Wassertemperaturen und die Übersäuerung der Meere zerstören langsam, aber sicher, die Unterwasserwelt wie wir sie kennen und lieben. Ein einzelner, versehentlicher Flossenschlag auf eine Koralle erscheint zunächst nicht schwerwiegend, im weltweiten Tauchbetrieb summieren sich diese Vorfälle allerdings massiv. Achte darauf, dass die von dir geführten Tauchgänge keine negativen Auswirkungen haben und du trägst einen guten Teil zum Meeresschutz bei. Und im Jahr 2021 haben unsere Meere Schutz bitter nötig.

Zur Unterstützung liefert Green Fins die einzigen international anerkannten Umweltstandards für den Meerestourismus. Im Verhaltenskodex werden Umweltstandards für Veranstalter, Mitarbeiter und Tauchgäste genannt. Doch wie können Tauchprofis diese in ihren Arbeitsalltag einfließen lassen?

WIE KÖNNEN TAUCHPROFIS AKTIV WERDEN?

Das Green Fins Icons Poster gehört mit seiner visuellen Darstellung der Verhaltensregeln zu den beliebtesten Hilfsmitteln. Um diese Verhaltensregeln bei Tauchschülern und Gästen zur Gewohnheit werden zu lassen, reicht es jedoch nicht, sie ihnen einfach vorzuschreiben.

Denke daran, dass du für deine Taucher Vorbild bist, egal ob es sich um Tauchschüler oder Freizeittaucher mit viel oder wenig Erfahrung handelt. Sie schauen sich deine Körperhaltung an, deinen Flossenschlag und deine Art, mit den Bewohnern des Meeres umzugehen. Folge den Regeln des Green Fins Posters und du lebst ihnen auf jedem Tauchgang umweltfreundliches Verhalten vor.

Eine deiner wichtigsten Waffen ist das Briefing

Zeige einige der untenstehenden Symbole in deinen Tauchgangsbriefings. Falls du wiederholt mit derselben Gruppe tauchst, versuche in jedem Briefing ein neues Symbol vorzustellen und zu besprechen. Wenn du die Richtlinien lediglich erwähnst, halten sich deine Taucher vielleicht beim nächsten Tauchgang daran. Erkläre ihnen auch das Wie und Warum, um deine Botschaft nachhaltig bei ihnen zu verankern.

Die Taucher werden unterschiedlich auf deine Erklärungen ansprechen. Der eine fasst vielleicht keine Korallen an, um sich nicht zu verletzten, während ein anderer wiederum die Koralle nicht verletzen möchte.

DIE  GREEN FINS ICONS ERKLÄREN

Die folgenden Formulierungen zeigen, wie du die Umweltstandards in deine Briefings einbinden kannst und deinen Tauchern vermittelst, wie und warum sie sich daran halten sollen.

Trete nicht auf oder gegen die Korallen

„Achtet immer auf eure Füße und Flossen, damit könnt ihr die Korallen nämlich leicht beschädigen. Korallen sind sehr empfindlich und wachsen nur langsam. Ein Tritt kann eine Koralle verletzen, ihre Oberfläche beschädigen und sie sogar töten – und eure Füße verwunden.“

Wirble kein Sediment auf

„Achtet darauf, mit euren Flossen kein Sediment aufzuwühlen. Lebensräume können dadurch zerstört werden und es setzt sich auf den Korallen ab. Das abgesetzte Sediment behindert die Korallen bei ihrer Photosynthese und daran können sie sterben. Außerdem können sich Krankheiten leichter ausbreiten und kleine Meeresbewohner werden mitsamt dem Sediment aufgewirbelt und so zu leichter Beute für Fressfeinde.“

Nur gucken, nicht anfassen (und auch nicht jagen!)

„Angefasst oder gejagt zu werden verursacht bei jedem Tier großen Stress. Du kannst dadurch auch Krankheiten übertragen und das Lebewesen verletzen, indem du zum Beispiel seine Schutzschicht beschädigst. Betrachten ist OK, anfassen niemals. Bitte halte auch immer genügend Abstand. Wenn du den Meerestieren ihren Freiraum lässt, fällt eure Begegnung wahrscheinlich länger und freundlicher aus.“

Nicht füttern!

„Werden Fische oder andere Meeresbewohner gefüttert, gewöhnen sie sich schnell an die neue Nahrungsquelle. Durch die Erwartung, Futter zu erhalten, werden sie aggressiver gegenüber Tauchern. Außerdem weichen sie von ihrer natürlichen Nahrung, den Algen, ab, die dann die Korallen besiedeln und schlussendlich bedecken. Gefütterte Fische werden leichter krank und bewachen ihre Nester schlechter, die dann leichter Beutetieren zum Opfer fallen.“

Wirf keinen Abfall ins Meer!

„Müll im Meer tötet die Meeresbewohner, vergiftet Meeresfrüchte und man kann sich daran verletzen. Im Weggeworfenen enthaltene Chemikalien verunreinigen das Wasser und gelangen in die Nahrungskette. Meeresverschmutzung und Mikroplastik gefährden auch uns Menschen. Am Ende kommt das, was wir ins Meer werfen, beim Verzehr von Meeresfrüchten zu uns zurück.“

Keine Souvenirs aus Meeresbewohnern kaufen

„Dank der Nachfrage nach Souvenirs werden Meereslebewesen tonnenweise, tot oder lebendig, aus dem marinen Ökosystem entfernt. Viele dieser Bewohner spielen jedoch eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung der Riffe. Hört die Nachfrage auf, kann auch das Töten und Sammeln aufhören.“

Boykottiere Haifischflossen

„Der Handel mit Haifischflossen tötet 100 Millionen Haie pro Jahr. Sie werden hauptsächlich wegen ihrer Flossen, für Suppe, getötet. In manchen Ländern wird auch Haifischlebertran als Nahrungsergänzungsmittel und Heilmittel verwendet. Das Ökosystem der Meere gerät jedoch aus der Balance, wenn diese Raubfische von der Spitze der Nahrungskette entfernt werden. Iss nicht in Restaurants, die Haifisch auf der Speisekarte stehen haben.“

Keine Meeresbewohner sammeln – tot oder lebendig

„Entfernst du Tiere und Pflanzen (oder deren Bestandteile), die sich normalerweise zersetzen würden, nimmst du anderen Tieren ihre Nahrung und eventuell sogar ihre Lebensgrundlage weg. Selbst leere Muschelschalen am Strand spielen im Gesamtökosystem eine wichtige Rolle. Nimm nur Fotos mit. Hinterlasse nur Luftblasen.“

Sprich Umweltsünden an

„Erlebst du, wie jemand sich der Umwelt gegenüber respektlos verhält, sprich es an. Sage es mir (oder deinem Tauchguide), den Mitarbeitern des Tauchshops, Gruppenleitern oder Regierungsvertretern. Du hilfst bei der Lösung des Problems, wenn du von deinen Bedenken berichtest und dadurch entsprechende Maßnahmen auf den Weg bringst.“

Mache bei Umweltschutzprojekten mit

„Als Akteur in Umweltschutzprojekten hast du positiven Einfluss auf die Entwicklung der Umwelt und kannst auch andere Menschen dazu anregen. Wenn jeder mitmacht, ist das Ziel schon fast erreicht.“

MITMACHEN

Lade das Green Fins Icons Poster herunter, es ist auf verschiedenen Sprachen verfügbar. Mache die Richtlinien bei deinen Mitarbeitern, Kollegen und Tauchern bekannt. Suche das Gespräch: Wie viele der Punkte sind bereits Gewohnheit geworden?

 


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