Wir alle haben es schon einmal gehört: Sonnencreme ist nicht gut für Korallen. Deine Tauchgäste wollen sich verständlicherweise aber vor der Sonne schützen. Ist es dabei überhaupt möglich, sowohl unsere Gesundheit als auch die unserer Riffe zu schützen? 

Ja, erfreulicherweise geht das und du kannst deinen Gästen dabei helfen, ohne Kompromisse eingehen zu müssen. Das Team von Green Fins erklärt uns die aktuellen Forschungsergebnisse zu Sonnencremes und Korallenriffen und gibt zusätzlich noch fünf nützliche Praxistipps.

Was sagt die Forschung und was ist das Problem? 

Sonnencreme gehört für viele Tauchreisende zur Grundausstattung. Studien zeigen jedoch, dass selbst kleinste Mengen von Chemikalien wie Oxybenzon und Octinoxat aus Sonnencremes Korallen anfälliger für Korallenbleiche werden lassen können. In Laboruntersuchungen wurden auch DNA-Schäden an den Korallen nachgewiesen. Das gibt Anlass, uns auch um die Korallen in unseren Meeren zu sorgen.

Leider sind Sonnencremes, die diese Chemikalien enthalten, nach wie vor weit verbreitet. Bis neue Forschungsergebnisse vorliegen, mit denen wir die toxischen Auswirkungen auf unsere Ökosysteme besser verstehen, sollten wir vorsichtig sein und schädigende Substanzen meiden. Du kannst deine Gäste aufklären, sie für dieses Problem sensibilisieren und ihnen beibringen, wie sie sich und die Riffe angemessen schützen.

Die folgenden Tipps von Green Fins helfen dabei:

Biete ‚riffsichere‘ Sonnencreme und Sonnenschutzkleidung an

Wenn du deine Gäste von der Nutzung herkömmlicher Sonnencremes abbringen möchtest, musst du ihnen Alternativen anbieten. Verkaufe in deinem Shop riffverträgliche Sonnencremes und Kleidung mit UV-Schutzfaktor (UPF). Damit hast du gleich Gelegenheit für hauseigenes Merchandising. Erinnere deine Gäste daran, dass Sonnencreme allein keinen umfassenden Sonnenschutz bietet und dass jede Firma mit dem Wort ‚riffsicher‘ werben kann, da seine Bedeutung nicht international festgeschrieben ist. Prüfe darum immer die Inhaltstoffe! Kleidung mit UV-Schutz ist die effektivste Methode, seine Haut und die Riffe zu schützen. Auch ist, anders als bei Sonnencreme, kein erneutes Auftragen alle 2 Stunden nötig.

Informiere vorab darüber, was nicht erlaubt ist

Einige Urlaubsziele wie Hawaii, Palau, Bonaire und Aruba haben bereits ein Verbot von Sonnencremes ausgesprochen. Diese Verbote können den Vertrieb, Verkauf oder Besitz betreffen – es ist daher hilfreich, die örtlichen Bestimmungen vor Reiseantritt zu kennen. Wenn du an einer dieser Destinationen operierst, informiere deine Gäste vorab darüber, damit sie wissen, dass sie nur zugelassene Sonnencremes mitnehmen sollten oder dass gewisse Sonnencremes nicht vor Ort erhältlich sind. Auch wenn du nicht in einem solchen Gebiet bist, kannst du deine Gäste bitten, auf schädliche Sonnencremes zu verzichten (ebenso wie auf Tauchhandschuhe in tropischen Gewässern). Sorge dafür, dass deine Gäste diese Informationen vor ihrer Reise erhalten.

Nimm das Thema Sonnenschutz in deine Briefings auf

Für einen heißen Tag in der Sonne gewappnet zu sein ist wichtig, besonders, wenn man den ganzen Tag auf einem Boot verbringt. Wenn du deinen Gästen im Bootsbriefing die Verhaltensregeln für ihren Aufenthalt an Bord erklärst, gehe auch auf das Thema Sonnenschutz ein. Erinnere sie daran, ihre riffsichere Sonnencreme oder Sonnenschutzbekleidung mitzunehmen – und daran, dass es besser ist, die Haut zu bedecken, als sie einzucremen.

Wenn sie nicht auf Sonnencreme verzichten können, sag ihnen, dass sie die Creme mindestens 30 Minuten vor dem Einstieg ins Wasser auftragen müssen. Warum? Damit die Sonnencreme gut einziehen kann und die Inhaltstoffe nicht ins Wasser gelangen, wo sie den Meeresbewohnern schaden. Mineralische Sonnencremes wurden bisher zwar noch nicht mit Korallenbleiche assoziiert, mit neuen Forschungsergebnissen können sich die Ratschläge aber ändern. Halte deine Briefings im Schatten ab und meide die direkte Sonne, vor allem zwischen 10:00 und 16:00 Uhr, wenn die Strahlung am stärksten ist.

Trinken! Trinken! Trinken!

Umfassender Sonnenschutz geht über die Haut hinaus. Im Tauchurlaub ist man meist damit beschäftigt, Inseln und Strände zu erkunden, wenn man nicht gerade taucht. Darüber kann man vergessen, ausreichend zu trinken. Erinnere deine Taucher daran, genügend zu trinken, vor allem wenn mehrere Tauchgänge pro Tag stattfinden. Heißes Klima und das Atmen von Pressluft wirken dehydrierend und im Urlaub möchte sich schließlich niemand krank fühlen. Stelle im Resort und auf dem Boot Auffüllstationen für Trinkwasser zur Verfügung, so dass keiner auf Einwegplastikflaschen angewiesen ist, um seine Flüssigkeitszufuhr zu sichern.

Cool bleiben

Sonnencreme und Sonnenschutzkleidung bedecken zwar den Großteil des Körpers, aber auch Gesicht und Augen dürfen wir nicht vergessen. Schirmmützen, Sonnenhüte und Sonnenbrillen schützen die Augen vor UV-Strahlung. Zeige deinen Tauchern, wo sie während der Oberflächenpausen schattige Plätze zum Entspannen finden – sei es unter Sonnenschirmen oder Palmen. Bitte deine Gäste, ihre Tauchanzüge während der Oberflächenpause auszuziehen oder zumindest bis zur Hüfte herunterzuziehen, um Überhitzung zu vermeiden. Auch sollten sie sie erst kurz vor dem Tauchgang wieder anziehen.

Die kostenfreien Poster von Green Fins zum Sonnenschutz erhältst du hier.


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