Viele Tauchprofis und Tauchunternehmen konzentrieren sich auf die Ausbildung neuer Taucher. Das ist für den Erfolg der Betriebe und der Branche entscheidend, denn diese Tauchschüler fragen weiterführende Kurse nach – ohne sie kein Tauchunterricht und demzufolge auch kein Geschäft.

Neue Open Water Taucher aktiv zu halten und Folgekurse für sie durchzuführen ist wirtschaftlich sinnvoll, da es finanziell weniger aufwändig ist, einen bestehenden Kunden zu halten, als einen neuen zu finden. Eine der besten Möglichkeiten, Taucher langfristig zu halten und die Ausbildungs-Einnahmen zu mehren ist ein frühzeitiger Fokus auf die Divemaster-Brevetierung. Haben deine Tauchschüler das Ziel, PADI Divemaster (oder PADI Instructor!) zu werden, hilft dir das dabei, die Kurse der weiterführenden Ausbildung zu verkaufen. Zudem werden sich viele Aspekte deines Unternehmens und deines Unterrichts durch das Unterrichten auf Pro-Level verbessern.

Deine Vorteile, wenn du Divemasters ausbildest

Mehr Profit

„Wenn ich eine Aufgabe in 30 Minuten erledige, liegt das daran, dass ich 10 Jahre damit verbracht habe zu lernen, wie ich sie in 30 Minuten erledigen kann. Du bezahlst mich für die Jahre, nicht für die Minuten“, äußerte sich Producer Davy Greenberg auf Twitter. Diese Floskel bringt eine Wahrheit hinter dem professionellen Training auf den Punkt. Du hast Jahre damit verbracht, Instructor zu werden. Wenn du Divemasters unterrichtest, profitieren sie von deiner jahrelangen Erfahrung. Das bedeutet, dass du bei der Preisfindung für deine Divemasterkurse zu den Kosten für Unterrichtszeit und Materialien eine Summe für deine Erfahrung im Tauchsport hinzufügen kannst. Erkläre deinen Divemasterkandidaten, welchen Nutzen deine Erfahrung für sie hat, und sie werden geneigt sein, den Preis dafür zu akzeptieren.

Stelle dein Team zusammen

Es ist zurzeit nicht einfach, gute Mitarbeiter zu finden. Die Nachfrage nach Tauchprofis ist besonders hoch und eventuell hast auch du nicht genügend Mitarbeiter für den Tauchunterricht. Die Ausbildung von Divemasters ist eine Lösung für dieses Problem.

Bei der Ausbildung von Divemasters hast du die Gelegenheit, neue Mitarbeiter von Anfang an aufzubauen. Betrachte deine Divemasterkurse als ausgiebiges Vorstellungsgespräch – du wirst dir die besten Kandidaten für dein Team aussuchen können.

Selbstfürsorge

Neben den greifbaren Vorteilen beinhaltet die Ausbildung künftiger Tauchprofis auch immaterielle Gewinne. Der Divemasterkurs ist anspruchsvoll und bringt andere Herausforderungen – und damit Abwechslung – mit sich als andere Kurse. Wenn du Divemasters ausbildest, prägst du die zukünftige Tauchbranche.

Der Divemasterkurs eignet sich gut für das Unterrichten im Team, wovon sowohl die Teilnehmer als auch die Instructors profitieren. Als Instructor kannst du das Arbeitspensum aufteilen und mehr Erfahrung im Unterrichten von Profis sammeln, ohne für das gesamte Programm verantwortlich zu sein. Die Teilnehmer profitieren davon, dass sie unterschiedliche Lehrpersönlichkeiten kennen lernen. Insgesamt wird die Überlastung eines Instructors vermieden.

Taucher zu Divemasters machen

Es ist ein schöner Vorsatz, einen Schwerpunkt auf das Divemastertraining zu legen. Aber wie setzt man ihn am besten um?

Wann und wo suchen?

Es beginnt damit, passende Kandidaten zu identifizieren. Vielversprechende Kandidaten gibt es auf allen Ausbildungsniveaus. Fange also bereits bei der Orientierung deiner Open Water Teilnehmer an und sprich über die Ausbildung zum Tauchprofi. Viele Tauchschüler denken über ihre Ziele im Tauchsport erst mit Beginn ihrer Ausbildung nach. Wenn ihnen klar ist, dass sie sich bei dir zum Pro ausbilden lassen können, werden einige die Gelegenheit vielleicht nutzen und sich ein neues Ziel setzen, das sie bisher noch nicht in Erwägung gezogen hatten. 

Denke aber auch an Taucherinnen und Taucher, die bereits fortgeschrittene Kurse absolviert haben. Advanced Open Water Divers und Rescue Divers kennen den Wert der weiterführenden Ausbildung. Sie erfüllen wahrscheinlich bereits einige Voraussetzungen für den PADI Divemasterkurs, die Hürden zur Anmeldung sind für sie also niedriger.  

Übe dich im Training verschiedener Niveaus, so dass du Teilnehmer unterschiedlicher Kurse am selben Tauchplatz unterrichten kannst. So können sich die Tauchschüler der verschiedenen Ausbildungsstufen zwischen den Tauchgängen untereinander austauschen. Anfänger werden daran interessiert sein, was bei den Fortgeschrittenen passiert, während diese wiederum ihre Begeisterung für ihr neues Wissen weitergeben werden. Sprich interessierte Tauchschüler an und biete ihnen weitere Informationen an. Halte zu diesem Zweck Kursinformationen bereit – als Flyer oder über QR-Codes, die zur Kursanmeldung auf deiner Website verlinkt sind.

Wer ist ein guter Kandidat?

Der Ausbildungsstand und technisches Wissen sind bei der Suche nach Kursteilnehmern für die Divemaster-Ausbildung nebensächlich. Wissenslücken lassen sich im Laufe der Ausbildung schließen, aber die passende persönliche Einstellung sollte vorhanden sein. Achte bei deinen potenziellen Kandidaten auf die Denk- und Verhaltensweisen, unabhängig von ihrem Ausbildungsstand.

Folgend sind einige Anhaltspunkte, die auf Potenzial zum Tauchprofi hinweisen:

  • Der Taucher achtet bei jedem Tauchgang auf die Sicherheit.
  • Der Taucher ist am Tauchplatz hilfsbereit.
  • Der Taucher ist vor, während und nach dem Tauchgang ein guter Buddy.
  • Der Taucher ist umweltbewusst.
  • Der Taucher ist wissbegierig und bereit, mehr zu lernen.
  • Der Taucher kommt gut mit seinen Mitmenschen klar.
  • Der Taucher ist vom Tauchen begeistert.
  • Der Taucher hat eine positive Lebenseinstellung und würdigt seine Mitmenschen nicht herab.

Es gibt natürlich noch weitere Verhaltensweisen, die einen guten Tauchprofi ausmachen. Traue deinem Bauchgefühl und denke dabei daran, dass deine Mitarbeiter dazulernen können, die richtige Einstellung aber mitbringen sollten.

Divemaster Training verkaufen

Du weißt nun, wen du zum Divemaster ausbilden möchtest, aber wie trittst du an die Person heran? Viele Instructors und Mitarbeiter sind dabei etwas unsicher, denn wenn es schlecht läuft, sieht es wie ein aufdringlicher Verkaufsversuch aus. Man kann es aber geschickt anstellen, so dass sich alle wohl damit fühlen.

Der Trick besteht darin, sich auf den Nutzen und nicht auf die einzelnen Leistungen zu konzentrieren. Ein häufiger Fehler beim Verkauf des Divemasterkurses ist die Auflistung der Leistungen, die der Taucher während des Kurses erhält, ohne den Nutzen zu beschreiben, den diese Leistungen für den Taucher haben. Die Fakten sind zwar wichtig, sie zeigen dem Tauchschüler aber nicht, welchen Vorteil es hat, den Kurs bei dir zu absolvieren.

Einfach ausgedrückt: Vermittle deinen potenziellen Divemasters den Mehrwert der Ausbildung, anstatt nur aufzulisten, was sie tun werden, ohne dass ersichtlich ist, warum.  

Ein Beispiel: Im ersten Teil der praktischen Beurteilung muss der Divemaster Kandidat einem Instructor bei der Ausbildung von Open Water Tauchschülern im Pool helfen. Als kurze Beschreibung sagst du vielleicht: „Du wirst einem Instructor beim Unterricht im Pool helfen, um Erfahrung zu sammeln.“  

Aber den Nutzen für den Kandidaten beschreibst du eher so: „Du wirst während des Kurses häufig Gelegenheit haben, mit Tauchschülern zu arbeiten. So sammelst du praktische Erfahrung, die auch von Vorteil ist, wenn du nach deiner Brevetierung als Divemaster arbeiten willst. Dein Instructor hat bereits hunderte von Tauchern brevetiert und du wirst von seiner jahrelangen Erfahrung profitieren.“ So klingt es viel verlockender, oder?

Beschreibe deinen potenziellen Divemasters also, wie die Ausbildung ihnen langfristig nützen wird, anstatt nur auf die Liste der Kursanforderungen hinzuweisen.

Kurspakete für den langfristigen Erfolg

Die Divemaster-Brevetierung ist für die meisten Kandidaten kein Endpunkt, sondern ein Zwischenschritt. Normalerweise wollen sie danach auch etwas als Divemaster machen: in einem Tauchgeschäft beim Unterrichten aushelfen, eine Vollzeitstelle bei einem Tauchanbieter annehmen oder ihre Fertigkeiten nutzen, um im Ausland als Divemaster zu arbeiten und zu reisen. Erfrage, welche Ziele deine Tauchschüler verfolgen und hilf ihnen dabei, ihre Ziele zu erreichen. Das wird auch dir dabei helfen, ein Kursangebot zusammenzustellen, mit dem sie erfolgreich sind. Zu diesem Paket können bestimmte Specialty Kurse gehören, die ihnen in ihrer Rolle als Divemaster weiterhelfen, wie Trockentauchen, UW-Navigation, Nitrox oder Fotokurse. Der Discover Scuba Diving® (DSD) Leader kann für Divemasters eine zusätzliche Einnahmequelle sein, da sie selbständig DSDs im Pool durchführen können. Des Weiteren kannst du dem Paket als Course Director oder Emergency First Response® (EFR®) Instructor Trainer auch Kurse auf Instructorstufe hinzufügen. Die Kurse EFR Instructor, Notfallsauerstoff-Versorgung und Equipment Specialist Instructor können frisch gebackenen Divemasters dabei helfen, ihre Investition schneller zu amortisieren. Kurspakete, die auf die Ziele deiner Divemaster Kandidaten abgestimmt sind, regen sie zudem dazu an, sich in der Rolle des Assistant Instructor oder Instructor vorzustellen.  

Loslegen

Für viele Instructors stellt der Divemasterkurs den anspruchsvollsten Kurs dar, den sie unterrichten können. Er hat auch wirklich viele Komponenten, die es zu beachten gilt. Aber die Vorteile die du, deine Taucher und dein Betrieb davon haben, machen ihn zu einem der wichtigsten Kurse in deinem Angebot. Es lohnt sich, ihn zu unterrichten –  fange also gleich damit an, Taucher zu deinen PADI Divemasterkursen einzuladen. Wende dich bei Fragen gern an deinen PADI Regional Training Consultant. Im Pros’ Site Marketing Hub stehen dir als wertvolle Starthilfe die Vorlagen für die Akquise von Pros zur Verfügung.

Danksagung

PADI bedankt sich herzlich bei Sairee Cottage Diving und Crystal Divers Bali, die mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung zu diesem Artikel beigetragen haben.


Ausgewählte Artikel