Wenn jemand einen plötzlichen Herzstillstand hat, läuft die Zeit – wie wir wissen steigen die Chancen einer Reanimation je früher die HLW beginnt. Dennoch liegen die Überlebensraten nur bei 2-15%. Die meisten plötzlichen Herzstillstände, mit denen ein Laie als Ersthelfer konfrontiert wird, beinhalten Kammerflimmern (VF). Die HLW kann zwar über längere Zeit einen reanimierbaren Zustand aufrechterhalten, aber nur die Defibrillation kann das Kammerflimmern beheben.

Einer auf Daten des London Ambulance Service (1997) basierenden Studie zufolge befanden sich 48 Prozent der beobachteten Herzstillstände mit HLW durch freiwillige Ersthelfer bei Eintreffen des Rettungsdienstes in einem reanimierbaren Zustand, während die Quote ohne HLW nur bei 27 Prozent lag. (Dowie et al., 2003).

Erhalten Patienten mit Kammerflimmern HLW und frühzeitige Defibrillation, erhöhen sich die Überlebenschancen drastisch auf 40-75%. In Anbetracht der steigenden Verfügbarkeit öffentlicher AEDs in vielen Ländern sind das gute Nachrichten. Automatische Externe Defibrillatoren (AEDs) sind wichtiger Bestandteil von EFR Kursen. Wenn du die Benutzung von AEDs also noch nicht unterrichtest, wird es Zeit!

Die Vorteile eines AEDs gehen sogar noch über die Defibrillation hinaus:

Öffentliche AEDs an Orten wie Flughäfen und Freizeit- und Einkaufszentren lösen häufig den Ruf des Rettungsdienstes aus. Es steht dir also nicht nur ein AED zur Verfügung, zusätzlich wissen die Rettungskräfte auch, bei welcher AED-Station du dich befindest.

Öffentliche AEDs befinden sich meist in einem verschlossenen Fach, das über eine PIN geöffnet werden kann. Diese erhältst du beim Anruf des Rettungsdienstes. Die Vorteile davon sind, dass der AED sicher ist, bis er wirklich gebraucht wird, dass der Rettungsdienst gerufen wird, dass der Ersthelfer mit ausgebildetem Notfallpersonal spricht, das ihn anleitet und sicherstellt, dass der AED nach dem Gebrauch so schnell wie möglich wieder einsatzbereit gemacht wird.

Die AEDs geben dem Anwender eine genaue Anleitung, die immer befolgt werden sollte. Fordere deine Schüler auf, die AEDs einzuschalten und der Anleitung zu folgen und nicht basierend auf Vermutungen zu handeln. Das hilft den Anwendern, wenn sie ein ihnen unbekanntes AED-Modell bedienen oder wenn sich Prozesse ändern und neue Abläufe in die Software des AED eingespielt wurden. Zeige, wie man die Abbildungen auf den Pads liest und wie man die Pads platziert, um sicher zu gehen, dass die richtigen Pads verwendet und an den richtigen Körperstellen aufgebracht werden.

Viele AEDs geben mittlerweile auch Rückmeldung zur durchgeführten HLW. Sie führen akustisch durch die einzelnen Schritte, helfen bei der Einhaltung des richtigen Rhythmus und können in einigen Fällen sogar erkennen, ob die Druckstöße fest genug sind. Die meisten AEDs gleichen dafür die Handlung des Ersthelfers mit voreingestellten Daten ab, aber einige basieren ihre Rückmeldung auch darauf, wie die HLW sich auf den Patienten auswirkt. Dafür messen sie die Impedanz* zwischen den Pads.

Die AEDs leiten den Anwender Schritt für Schritt und überprüfen regelmäßig, ob der Patient über einen reanimierbaren Zustand verfügt damit der Stromstoß nur abgegeben wird, wenn er auch hilft. Die durchschnittliche Anzahl der Stromstöße schwankt. Normalerweise sind es 2 oder 3, sei aber bereit so viele abzugeben, wie der AED vorgibt – es gibt nichts zu verlieren.

2012 erlitt Fabrice Muamba, ein Profifußballer, während eines im Fernsehen übertragenen Fußballspiels in Großbritannien einen Herzstillstand. Erst nach 78 Minuten fing sein Herz wieder an zu schlagen. Während dessen erhielt er zahlreiche Stromstöße aus dem Defibrillator – sowohl auf dem Spielfeld als auch während des Transports zum Krankenhaus. Er hat sich zwar aus dem Profifußball zurückgezogen, ist aber soweit genesen, dass er ein normales Leben führen und junge Fußballer trainieren kann.

Auf dem meisten AED Webseiten gibt es Berichte über Menschen, die einen Herzstillstand mit Hilfe von AEDs überlebt haben – finde regionale Geschichten, die deine EFR Kursteilnehmer inspirieren und ihnen das Selbstvertrauen geben, nach Möglichkeit einen AED zu benutzen.

*Impedanz ist der elektrische Widerstand, den ein Netzwerk für den Strom darstellt, wenn eine Spannung angelegt wird. In diesem Fall wird der Netzwerkkreislauf durch den Patienten geschlossen, wenn dieser mit dem AED verbunden wird.


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