Der Tourismus nimmt seit Kurzem an Fahrt auf und wenn wir jetzt wieder mehr verreisen, dürfen wir dabei weder unsere Sicherheit noch unsere Umwelt außer Acht lassen.
Wir alle können etwas tun, um die Verwendung von Einwegplastik im Tourismusbetrieb zu reduzieren. Jeder weiß, dass Kunststoffe der Umwelt nicht guttun und viele von uns haben durch Plastik verursachte Schäden im Meer bereits gesehen. Die Gefahren für Meereslebewesen (dazu gehören auch Korallen), die sich im Plastik verfangen oder es verschlucken, können verheerend sein.
Darum hat Green Fins eine Plastik-Checkliste erstellt, die Tauchanbietern dabei hilft, ihren Betrieb korallenfreundlicher zu gestalten – und dadurch die Tauchbranche zu verbessern! Gesunde Korallen bedeuten gesündere Meere und faszinierendere Tauchgänge.
Wiederverwendbares Geschirr für Speisen und Getränke
Noch bevor die Tauchgäste an ihrem Reiseziel ankommen, werden sie bereits mit zahllosen Einwegartikeln konfrontiert. Das in Plastik verpackte Essen im Flugzeug, die Verpackung der Kopfhörer und Einweg-Pflegesets.
Zudem wird aufgrund von Covid-19 auf Reisen auch weiterhin persönliche Schutzausrüstung, wie Mund-Nasen-Schutz oder Gesichtsvisier, verwendet. Dein Betrieb jedoch kann besser sein und für Speisen und Getränke auf Einweg-Geschirr verzichten. Ein zusätzlicher Bonus: Dadurch kannst du langfristig bares Geld sparen!
Fakt: 129 Milliarden Schutzmasken und 65 Milliarden Handschuhe werden aufgrund der Pandemie Monat für Monat verbraucht.
Keine Einwegflaschen, Trinkhalme, Rührstäbchen und Portionspackungen
So wie du wiederverwendbares Geschirr für Speisen und Getränke verwenden solltest, solltest du auch vom Verkauf von Getränken in Einwegflaschen absehen. Biete deinen Gästen stattdessen bei der Ankunft ihre persönliche, wiederverwendbare Flasche an. Zudem werden deine Gäste auch gerne eine Getränkestation mit Wasserspender, Gläsern, Zucker und Kaffeeweißer in Gefäßen (anstatt in Portionspackungen), wiederverwendbare Trinkhalme und Teelöffel benutzen. Heutzutage gibt es viele Alternativen zu Einwegplastik, es ist also einfach, diesen wichtigen Schritt zu machen.
Fakt: Schätzungen zufolge vermüllen aktuell fünf Billionen Plastikteile unsere Meere.
Recyceln und Müll trennen
Biete deutlich gekennzeichnete Mülleimer für Restmüll, Recyclingmüll und Biomüll an. Du erleichterst deinen Gästen und deinem Team damit die Mülltrennung. Außerdem wird der Recyclingmüll dadurch nicht so stark verschmutzt. Recycling stellt zwar nicht die hundertprozentige Lösung unseres Plastikmüllproblems dar, ist aber dennoch notwendig. Durch Recycling gelangt weniger Müll auf unsere Müllkippen, wodurch auch weniger Müll in unsere Gewässer gelangt.
Fakt: Beim Recycling werden 25-30 % weniger Energie verbraucht, als bei der Herstellung neuer Glasbehälter.
Das Bootsbriefing muss über die Mülltrennung an Bord informieren
Besonders für neue Gäste ist das Bootsbriefing wichtig. Erkläre ihnen, wie sie an Bord ihren Müll ordnungsgemäß entsorgen können. Sie müssen nicht nur wissen, wo sich der Notfallsauerstoff befindet, sondern auch, wo die Mülleimer sind, damit ihr Müll nicht ins Meer geweht wird und dort Schaden anrichtet.
TIPP: Eine Ausrüstungskiste ist kein adäquater Bordmülleimer!
Angemessen große Mülleimer mit Deckel im Tauchshop und auf dem Boot
Die Größe deiner Mülleimer sollte auf die Größe und den Bedarf deines Betriebs abgestimmt sein und sie sollten über Deckel verfügen. Deckel haben den Zweck, dass unangenehme Gerüche niemanden belästigen UND dass der Müll im Eimer bleibt. Dies ist besonders auf schwankenden Tauchbooten wichtig, wo der Müll schnell aus deckellosen Eimern herausgeweht wird. Wenn du nur Zugriff auf kleine Mülleimer hast, stelle mehrere davon an unterschiedlichen Stellen auf. Es schadet nicht, einen Mülleimer am Bug und einen am Heck des Schiffes zu haben.
Den Bordmüll ordentlich entfernen und entsorgen
Sorge dafür, dass der Bordmüll am Ende des Tages oder Trips vom Boot entfernt und entsorgt wird. Auch wenn das Boot nicht mehr fährt, befindet es sich doch im Wasser. Indem du den Müll von Bord nimmst, sorgst du dafür, dass er nicht doch noch versehentlich im Meer landet. Außerdem bleibt das Boot dadurch sauber und ist für die nächste Ausfahrt vorbereitet.
Tauchprofis sind Vorbild für ihre Schüler und Gäste, ihr Verhalten färbt ab
Eine in den Korallen verfangene Angelschnur solltest du nicht ignorieren und auch die alte Getränkedose zwischen den Felsen kann wieder eingesammelt werden. Stelle dir vor, wie viel es bringen würde, würde jeder Taucher den Müll, der ihm auf einem Tauchgang begegnet, einsammeln. Hilf deinen Tauchern mit ihrer Schwimmlage oder Tarierung, wenn sie damit beim Müllsammeln Probleme haben – so verhinderst du weitere Schäden am Riff.
Regelmäßige Unterwasser- und Strand-Cleanups mit Tauchgästen und der örtlichen Gemeinschaft veranstalten
Meeresmüll schadet unserer Umwelt – sowohl im Wasser als auch an Land. Wir wissen, dass Plastik niemals verschwindet. Es zerfällt in immer kleinere Teile (Mikroplastik) und fügt unseren Meeren, den Meeresbewohnern und uns Menschen Schaden zu – denn es landet auch in unserer Nahrung! Mit der Organisation regelmäßiger Unterwasser- und Strand-Cleanups, wie Dive Against Debris, kannst du etwas gegen die Verschmutzung der Meere unternehmen und zugleich wichtige Daten zu dem Thema sammeln.
Wird etwas häufig genug gemacht, wird es zur Gewohnheit. Wer weiß, deine Cleanups inspirieren vielleicht einige deiner Gäste, selbst Cleanups zu veranstalten, wenn sie wieder zuhause sind. Gib die Green Fins Cleanup Guidelines (auf Englisch) an sie weiter, damit sie wissen, wie sie ein erfolgreiches Cleanup veranstalten können.
Deine Cleanups in den sozialen Medien
Posts über deine Cleanups sind natürlich gute Werbung. Außerdem können deine vorbildlichen Aktionen in den sozialen Medien auch andere Tauchanbieter dazu anregen, es dir gleich zu tun. Es werden mehr Menschen auf deine Cleanups aufmerksam, so dass nächstes Mal wahrscheinlich mehr Teilnehmer dabei sind. Und je mehr Menschen zunehmend größere Mengen an Müll beseitigen, umso sauberer werden unsere Meere!
TIPP: Registriere deine Cleanup-Veranstaltung im neuen PADI Conservation Activities Locator.
Lade von der Webseite kostenfrei die Green Fins Poster zur Plastikverschmutzung herunter und hänge sie in deinem Geschäft und auf dem Tauchboot auf. Plastikverschmutzung ist zwar nichts Neues, viele Mitbürger sind sich des ganzen Ausmaßes dieses Problems jedoch nicht bewusst – besonders wenn es quasi unsichtbar am Meeresgrund stattfindet. Mit Postern weckst du das Bewusstsein dafür und ermunterst die Menschen zur Zusammenarbeit und Lösungsfindung bei der Bekämpfung des Problems.
IM JULI AKTIV WERDEN
Mache mit beim #PlasticFreeJuly und lade dir die Green Fins Plastik-Checklisten für Taucher und Tauchanbieter herunter (auf Englisch). Zeige sie deinen Mitarbeitern, Kollegen und Tauchgästen als Teil des Briefings vor dem Trip. Mit diesen Checklisten können wir uns alle einfach daran beteiligen, weniger Plastikmüll im Tourismus zu verursachen!