Es gibt ein Sprichwort, das lautet: „Man muss das Unheil kennen, um es abzuwenden.“ In diesem Spruch liegt Wahrheit, jedoch ist es auch wichtig, zu hoffen – denn wer nicht hofft tendiert dazu, aufzugeben. Es gibt reichlich Berichterstattung zu Umweltbedrohungen (die auch alle letztendlich die Meere betreffen werden) aber lasst uns auch ansprechen, was bereits Gutes getan wird.
Hier sind einige Beispiele, die mir unter den Trends, Ideen und Innovationen zum Schutz unserer Umwelt aufgefallen sind. Einige sind groß, andere klein und nicht alle stellen die ultimative Lösung zum Problem dar. Dennoch zeigen sie alle, dass wir etwas tun, dass wir handeln und uns in die richtige Richtung bewegen – dass wir einen sauberen Planeten haben könnten und dass wir etwas bewegen können. Da dieser Artikel nicht ausreichend Platz für alle Details bietet, folge bitte den Links, um mehr zu erfahren.
Saubere Luft
Auf dem Weg zu emissionsfreier Energie haben wir noch immer das Problem, bestehende Treibhausgase loszuwerden – nicht nur langfristig, sondern sofort, um Zeit zu gewinnen. Eine diesbezüglich interessante Initiative kommt vom europäischen Ingenieur Daan Roosegarde. Er errichtet auf öffentlichen Plätzen 7 Meter (23 Fuß) hohe Smog Free Towers, die durch Ionisation Schmutzpartikel entfernen. Die Installationen finanzieren sich über Spenden – und sehen ziemlich cool aus. Einem praxisorientierten Ansatz folgen Wissenschaftler der University of Delaware. Sie haben (bisher nur im Labor) eine vereinfachte Methode zur Umwandlung von CO2 aus der Luft zu Methangas entwickelt, welches anstelle fossilen Methans verwendet werden kann. Dabei geht es nicht nur um Treibstoff: Firmen wie Newlight Technologies lernen, Methan aufzufangen anstatt es freizusetzen, um es zu synthetischen Materialien, wie rohölfreiem Plastik, umzuwandeln.
Die langfristige Machbarkeit des Umwandelns von gasförmigem Kohlenstoff zu Treibstoff bzw. Material muss sich noch zeigen – aber es gibt einige absolut durchführbare Initiativen für saubere Luft. Nach einem Bericht in Science News, schätzt der Ökologe Tom Crowther von der ETH Zürich, dass wir 0,9 Milliarden Hektar (2,47 Milliarden Acres) Wald pflanzen können, ohne bestehende Siedlungen, Nutzflächen, etc. anzutasten. Damit könnten etwa 66% des Kohlenstoffes, der seit Beginn der Industrialisierung freigesetzt wurde, gebunden werden – und wir würden bitter benötigte Zeit gewinnen, um von den fossilen Brennstoffen loszukommen. Diese Schätzung ist nicht weit hergeholt – im Juli wurden in Äthiopien 353 Millionen Bäume in nur 12 Stunden gepflanzt. Dieses Jahr liegt das Ziel bei 4 Milliarden.
Fortschritte in der Landwirtschaft
Solar- und Landwirtschaft arbeiten zusammen. In einem Bericht von Science Daily erfährt man, dass Pflanzungen unter Sonnenkollektoren von mehr als der gemeinsamen Platznutzung profitieren. Der Schatten hilft den Feldfrüchten beim Gedeihen (einige werden sogar größer) – sie bekommen weniger direkte Sonne ab und benötigen weniger Wasser. Gleichzeitig werden die Kollektoren durch die Pflanzen gekühlt und arbeiten dadurch effizienter.
Auch die vertikale Landwirtschaft setzt sich immer stärker durch. Das übereinanderliegende Anpflanzen ermöglicht die bessere Nutzung von Wasser und da diese Pflanzungen entweder überdacht oder ganz in geschlossenen Räumen sind, reduziert sich der Pestizidbedarf deutlich. Dies sind angesichts der sterbenden Bienenpopulationen gute Neuigkeiten. Hierzu gibt es allerdings auch einen etwas außergewöhnlicheren Ansatz: Drohnen-Roboter in Insektengröße, die auf die Bestäubung von Pflanzen programmiert sind. Dabei wird angenommen, dass diese Drohnen nicht nur der Landwirtschaft, sondern auch den Bienen helfen, indem sie Pflanzen bestäuben, die für die Bienen zwar Arbeit, aber wenig nahrhaften Ertrag bedeuten. Die Bienen hätten dann die Möglichkeit, die für sie ertragreicheren Pflanzen zu bestäuben.
Plastik sammeln
Beim Plastikmüllproblem ist es schön zu sehen, dass Technologien zur Reinigung der Meere auftauchen. Seabins sammeln täglich etwa 1950 kg (4000 lb) Plastikmüll in Küstennähe.
Dabei geht es um die großen Teile – aber was ist mit dem Mikroplastik? Der Jugendliche Fionn Ferreira hat gerade die Google Science Fair gewonnen, indem er uns vorführte, wie Wasser mit Hilfe eines Magneten von Mikroplastik befreit werden kann. Er hat uns damit auch gezeigt, dass man keinen Doktortitel haben muss, um sich mit einem weltweiten Problem zu beschäftigen. Noch besser ist ein Umschwung auf natürliche Kunststoffe. Der Trend zum Bioplastik ist dir wahrscheinlich nicht verborgen geblieben. Nicht alle Sorten von Bioplastik sind auch biologisch abbaubar. Firmen wie Veganbottle jedoch halten sich an die EU-Norm EN 13432 zur Kompostierbarkeit von Bioplastik.
Dieser Artikel könnte noch ewig weiter gehen, aber ich denke, du verstehst, worum es mir geht. Wir dürfen das Problem ebenso wenig wie den Lösungsprozess aus den Augen verlieren. Als Fürsprecher der Meere müssen wir alle, die wir uns Taucher nennen, zur Lösung beitragen. Diese Beispiele zeigen, dass jeder von uns mit seinen individuellen Gaben, Talenten und Denkansätzen sowie durch Unterstützung entsprechender Initiativen zu den Veränderungen beitragen kann, die auf der Welt stattfinden müssen.
Dr. Drew Richardson
PADI President & CEO



