Garden Route Scuba hilft den Makohaien

Einige von euch können sich vielleicht noch daran erinnern, was sie im Jahr 1988 gemacht haben. Ich versuchte damals – mehr oder weniger erfolgreich – mich wie Sonny Crockett aus der Serie Miami Vice zu kleiden: mit pastellfarbener Jacke und hellen Slippern. Im Kino gab es ‚Stirb Langsam‘ und ‚Roger Rabbit‘ und eine neue Fernsehsendung mit weitreichenden Folgen wurde erstmalig ausgestrahlt. Am 17. Juli 1988 veröffentlichte der Discovery Channel die Shark Week. Jetzt, 33 Jahre später, hat sich vieles auf der Welt geändert – der Erfolg der Shark Week aber bleibt unaufhaltbar.

Die einzelnen Beiträge der Shark Week reichen von Prominenten, die mit Haien tauchen (dieses Jahr William Shatner) über springende Haie in der Air Jaws Serie bis zu Fragestellungen, wie „Kann es wirklich zu einem Sharknado kommen?“ (Ich bin gespannt, wie meine Wetter-App das darstellt). Zuschauer der Shark Week könnten den Eindruck erhalten, dass es nur wenige Arten von Haien gibt und dass sich die Fachleute für Plattenkiemer ausschließlich für Weiße Haie, Tigerhaie und Hammerhaie interessieren. Während der Große Hammerhai und der Bogenstirn-Hammerhai vom Aussterben bedroht sind, sind Weiße Haie und Tigerhaie weniger stark gefährdet.

Es gibt über 500 verschiedene Haiarten, zu denen Raubfische, Aasfresser und Filtrierer gehören. Es gibt Arten, die Eier legen und Arten, die ihre Jungen lebend gebären. Ihre Lebensräume reichen von den warmen Tropen bis zum Nordpolarmeer. Man findet sie im küstennahen Flachwasser sowie hunderte Meter tief im offenen Meer. Und nicht jede Art ist vom Aussterben bedroht. Der faszinierende Epaulettenhai, der sich an Land fortbewegt oder der scheue Riesenmaulhai (in der Shark Week Sendung Alien Sharks vorgestellt) werden auf der Roten Liste der IUCN als ‚nicht gefährdet‘ eingestuft. Für viele der anderen Haiarten ist die Prognose jedoch düster. Laut wissenschaftlichen Studien sind die Haibestände unserer Meere seit den 1970er Jahren um bis zu 70 % geschrumpft und über 300 Haiarten (und ihre nahen Verwandten die Rochen, Echten Rochen und Seekatzen) sind stärker vom Aussterben bedroht als zuvor. Sie leiden unter der Zerstörung ihrer Lebensräume und dem Klimawandel, besonders schwerwiegend ist jedoch die Überfischung.

Eine durch die Überfischung besonders gefährdete Art ist der Nordatlantische Makohai. Fangflotten der USA und der EU machen Jagd auf ihn und die Bestände schrumpfen so stark, dass die aktuelle wissenschaftliche Analyse davon ausgeht, dass es selbst mit einem sofortigen Fangverbot Jahrzehnte dauern wird, bis sich die Bestände erholen. Die Fischbestände des Atlantiks werden von vielen Staaten kommerziell genutzt, dazu gehören die USA, Mitgliedstaaten der EU, China, Südafrika, Brasilien und viele weitere. Die Fischerei wird durch die ICCAT (International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas) geregelt. Jedes Land hat ein Mitspracherecht zum Umgang mit den kommerziell gefangenen Fischarten, inklusive des Makohais. Leider reicht das Veto von nur einem Land, um eine Maßnahme zu blockieren. Viel zu lange schon haben die USA und EU Schutzmaßnahmen für die Makohaie verhindert, die von Ländern wie Kanada und dem Senegal vorgeschlagen wurden.

Andere Länder, wie Brasilien und Südafrika, haben noch keine öffentliche Position zum Fangverbot für Makohaie bezogen, was Grund zu vorsichtigem Optimismus gibt. Seit Januar 2021 führen 28 PADI Dive Centers in Südafrika und Brasilien Kurse zum Haischutz durch, in denen Taucher mehr über die Bedrohung unserer Haie lernen. Außerdem werden die Taucher angehalten, Kontakt zu ihren jeweiligen Abgeordneten aufzunehmen, um sich für Makohaie stark zu machen. Seit Januar erhielten wir über 400 Fotos von Tauchern, die sich für die Haie einsetzen. In Südafrika erreichten die vielen Taucher, die ihre Regierung kontaktiert haben, dass der Minister die Befürwortung der Schutzmaßnahmen für Makohaie im Atlantik in Erwägung zieht. Wir werden dem Minister klarmachen, dass wir ihn brauchen, um die Maßnahme zu unterstützen und eine öffentliche Erklärung abzugeben.

Willst du wissen, welche Position dein Land beim Schutz der Makohaie bezieht? The Shark League, ein Verbund von Nichtregierungsorganisationen, dem wir auch angehören, hat eine praktische Übersicht der Champions, Blockierer und der Schweigenden erstellt. Egal, welcher Kategorie dein Land angehört: Wende dich an deine Regierung. Lebst du in einem Mitgliedsstaat der EU ist es besonders wichtig, deine Abgeordneten zu kontaktieren, denn die EU vertritt hauptsächlich die kommerziellen Fischereiinteressen von Spanien und Portugal – und spiegelt damit nicht die Ansicht aller Mitgliedsstaaten wider. Die Shark League stellt eine Karte der EU zur Verfügung, über die du deine Minister und Abgeordneten ganz einfach direkt per Mausklick kontaktieren kannst.

„Danke für die Tipps, Ian.“ höre ich dich sagen, „und was kann ich noch tun?“. Nun, es gibt noch ein paar weitere Aktionen, die sofort zum Schutz der Haie beitragen. Zunächst müssen wir uns international noch mehr Gehör verschaffen, schließe dich dafür unserer Mako-Petition an. Weil das so einfach ist, wird häufig hinterfragt, ob eine Petition wirklich etwas bringt. Das kann ich bejahen. Je mehr Menschen uns unterstützen, umso mehr Stimmen aus der Zivilgesellschaft können wir vorweisen, die wir bei politischen Verhandlungen vertreten. Deine Stimme ist also entscheidend. Als weitere Maßnahme baut die PADI AWARE Foundation™ ihre Schutzprojekte für Haie aus und wird bis zur 34. Shark Week ein spannendes, bürgerwissenschaftliches Projekt auf die Beine stellen. Wir wissen, dass die derzeitige Lage der Welt viele Menschen auch finanziell belastet, aber ohne eure Unterstützung könnten wir nicht arbeiten. Wenn du einen Geldbetrag spenden kannst, egal wie klein, unterstützt du damit unseren Einsatz für den Schutz dieser herrlichen und wichtigen Arten.  Mit ausreichend Druck an den richtigen Stellen und deiner Hilfe erreichen wir hoffentlich, dass es noch Makohaie im Atlantik gibt, wenn die Shark Week in 33 Jahren wieder ein Jubiläum feiert.


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