Der Finne Jarkko Leinonen ist Sportlehrer und seit 2014 EFR® Instructor. Seitdem hat er 2.158 EFR-Teilnehmer* brevetiert, durchschnittlich 179 pro Jahr. Letztes Jahr war er mit über 320 Brevetierungen der Instructor mit den meisten Brevetierungen in der Region Europe, Middle East & Africa. Wir haben uns mit ihm getroffen, um die Geheimnisse seines Erfolgs zu erfahren.


Am Anfang

Jarkko Leinonen unterrichtete an einer Schule in Lappland und da es schwierig war, einen Erste-Hilfe-Ausbilder zu finden, entschloss er sich, selbst EFR Instructor zu werden und seine Kollegen zu schulen. Nachdem er drei Jahre lang Erste-Hilfe-Kurse an seiner Schule gegeben hatte, gründete er sein eigenes Unternehmen und nahm erste Kunden für seine Erste-Hilfe-Kurse an. Während der letzten 12 Jahre hat Jarkko Leinonen so bei über 350 Unternehmen unterrichtet, 20 bis 25 Unternehmen buchen wiederholt jedes Jahr bei ihm.


Ein EFR Instructor zeigt den Tauchschülern, wie man an einer Übungspuppe eine HLW durchführt

Das Unternehmen führen

Seine Kunden besucht Jarkko Leinonen vor Ort und er nimmt die gesamte Erste-Hilfe-Ausrüstung mit. Die meisten von ihnen arbeiten mit Touristen und bieten Abenteuersportarten oder Safaris an, aber auch Kindergärten stehen auf der Kundenliste. Seine Teilnehmer bieten Rentiersafaris, Husky-Schlittenfahrten oder Rafting-Touren an, sind als Mountainbike-Guides tätig oder kümmern sich um Kleinkinder. Einige von ihnen haben bereits in den Vorjahren seine Kurse besucht, andere sind neu dabei.

Jarkko Leinonen verlegt das Unterrichten und Üben einiger Kursinhalte nach draußen. Er arbeitet am Polarkreis, wo das Risiko einer Unterkühlung sehr hoch ist – daher hat er dieses Thema in seine Kurse integriert. Da die Instructors und Guides in seinem Unterricht aus verschiedenen Sportarten kommen, passt er jeden Kurs individuell an die Bedürfnisse der Teilnehmer an. Beim Eisfischen zum Beispiel kann es zu großen Wunden kommen, deshalb bringt er den Teilnehmern bei, wie man ein Tourniquet anlegt und blutstillende Verbände verwendet.

Die EFR-Teilnehmer üben ihre Fertigkeiten draußen im Schnee

Um die Erste-Hilfe-Ausbildung so realistisch wie möglich gestalten, setzt er unterschiedliche Übungspuppen und AEDs ein. Außerdem nutzt er weiteres Zubehör wie Kunstblut, um Situationen noch realistischer zu gestalten. Er hat Kontakt zu einem finnischen Unternehmen (CVN-medical), das das finnische Militär mit Verbandmaterial versorgt, und bezieht seine Materialien unter anderem von dort. Er hat sich jedoch dagegen entschieden, feste Verträge mit Ausrüstungslieferanten abzuschließen, damit er unvoreingenommen bleiben und, wenn ein Produkt ersetzt werden muss, die beste Ausrüstung wählen kann.


Das Angebot vermarkten

Da er nur 2,5 Monate im Jahr unterrichtet, machen Erste-Hilfe-Kurse etwa 10 Prozent von Jarkkos jährlicher Arbeit aus. Obwohl er seine Kurse problemlos durch Mundpropaganda füllt und keine Werbung machen müsste, nutzt er Facebook und Instagram, um kurze Videos und Neuigkeiten zu seinen Kursen zu teilen. Außerdem veröffentlicht er Erfahrungsberichte von Kunden als Referenzen.

Für Jarkko Leinonen beginnt seine Tätigkeit als Erste-Hilfe-Lehrer im Frühherbst, da im November die Tourismussaison beginnt. Im Jahr 2025 war sein nachgefragtester Kurs EFR Primary Care & AED. An zweiter Stelle kam EFR Erst- und Sekundärversorgung mit Erste Hilfe für Kinder (Care for Children) und AED.

Erhält er eine Buchung, plant er für jeden Kurs zwei Tage ein, damit er auf Wunsch auch draußen unterrichten kann. Beim Kurs Erstversorgung mit AED absolvieren die Teilnehmer am Vormittag den EFR-Kurs und üben am Nachmittag draußen Fertigkeiten, die auf ihre Sportart oder ihr Arbeitsumfeld abgestimmt werden. Beim Kurs EFR Erst- und Sekundärversorgung mit EFR Care for Children und AED kann der zweite Tag für Übungen im Freien genutzt werden. Tage, an denen kein Training stattfindet, widmet er seiner Familie und seinen Hobbys – Hunde, Jagen, Angeln –, um eine gute Work-Life-Balance zu wahren.


Eine Gruppe von EFR-Teilnehmern posiert nach Abschluss ihres HLW-Kurses mit einer HLW-Puppe

Die Empfehlung

Jarkko Leinonens Empfehlung ist unkompliziert: Fang zunächst einfach an und baue dein Kursangebot nach und nach, mit zunehmender Erfahrung, aus. Gestalte die Kurse praxisnah und halte dich an das Manual. Dann kannst du deine Kurse an die individuellen Kundenbedürfnisse anpassen.

„Zum Schluss noch ein kleiner Tipp, den wir hier im finnischen Lappland beherzigen: Wenn du im Sommer einen Ertrunkenen findest, der Schlittschuhe trägt, lohnt es sich nicht, mit der HLW anzufangen!“


*In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten sind dabei ausdrücklich einbezogen, soweit es für die Aussage erforderlich ist.


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