Die Emergency First Response® (EFR®) Ausbildung wird regelmäßig aktualisiert, um den neuesten evidenzbasierten Leitlinien für Erste Hilfe und Wiederbelebung zu entsprechen. Für das Jahr 2026 gibt es zwei wichtige Neuerungen, die EFR Instructors beachten und in ihre Kurse und ihre Bereitschaft für Notfälle einbeziehen sollten.

Die erste Änderung spiegelt die aktualisierten internationalen Leitlinien für die HLW bei Säuglingen wider: Bei der Herzdruckmassage im Rahmen der Reanimation von Säuglingen wird nun die Technik empfohlen, bei der die Hände den Brustkorb umschließen und die Herzdruckmassage mit den Daumen durchgeführt wird.

Die zweite Änderung ist ein wichtiger Hinweis zum Immersions-Lungenödem (IPE), einem potenziell lebensbedrohlichen Zustand, der beim Tauchen eintreten kann.

Folgendes müssen EFR Instructors wissen.


Aktualisierung der grundlegenden Maßnahmen zur Reanimation bei Kindern

Die ILCOR-Leitlinien von 2025 für die grundlegenden Maßnahmen zur Reanimation bei Kindern empfehlen, bei Säuglingen (0 bis 1 Jahre) die Herzdruckmassage mit der Technik durchzuführen, bei der der Brustkorb des Kindes mit beiden Händen umfasst und der Druck mit den Daumen ausgeübt wird. Dies ist nun die bevorzugte Methode, mit der die HLW in allen Situationen der pädiatrischen Reanimation durchgeführt werden sollte. Die ILCOR-Mitgliedsorganisationen haben diese Methode in der Reanimation bei Kindern übernommen.

Untersuchungen haben ergeben, dass die Technik mit den beiden Daumen im Vergleich zur Zwei-Finger-Methode zu besseren systolischen und diastolischen Blutdruckwerten führt. Während die Technik mit den beiden Daumen die bevorzugte Methode bei der HLW durch einen einzelnen Helfer* ist, wird sie bei der HLW durch zwei Helfer dringend empfohlen.

HLW mit der ‚Zwei-Daumen-Technik‘

Um diese Technik durchzuführen, leg beide Daumen neben- oder übereinander auf das untere Drittel des Brustbeins (direkt unterhalb einer gedachten Linie zwischen den Brustwarzen). Leg beide Hände um den Brustkorb des Säuglings, die Finger stützen den Rücken.

Drücke das Brustbein um mindestens ein Drittel der Brusttiefe (etwa 4 Zentimeter/1,5 Zoll) ein, und zwar mit einer Frequenz von 100–120 Kompressionen pro Minute im Verhältnis 30:2.

Bei der HLW durch zwei Helfer führt einer die Herzdruckmassage durch, während der andere die Atemwege freihält und beatmet.

Luftnot bei Säuglingen

Bei einem bewusstlosen Säugling mit Blockade oder Störung der Atemwege sollten die Brustkompressionen ebenfalls mit der ‚Zwei-Daumen-Technik‘ durchgeführt werden.

Die Unterlagen für EFR Instructors und Teilnehmer werden entsprechend dieser Änderung aktualisiert. Bis dahin setzt diese Änderung bitte bereits in euren EFR Kursen um.


Immersions-Lungenödem (IPE) – Hinweis

Ein Immersions-Lungenödem (IPE) ist eine Flüssigkeitsansammlung in den Lungenbläschen (Alveolen), die durch den Aufenthalt im Wasser verursacht wird. Man geht davon aus, dass ein IPE auftritt, wenn der Druck in den Alveolen (in der Lunge) niedriger ist als der Druck in den umgebenden Kapillaren, wodurch sich Flüssigkeit in den Alveolen ansammelt. Zu viel Flüssigkeit in den Alveolen führt zu Atembeschwerden, da der Gasaustausch beeinträchtigt wird, was zu einer Hypoxie (Sauerstoffmangel) führen kann.

IPE ist ein lebensbedrohlicher Zustand. Viele Betroffene beschreiben das Gefühl so, als würde das Atmen plötzlich viel schwerer fallen, als es eigentlich sein sollte. IPE tritt bekanntermaßen bei Schwimmern und anderen Wassersportlern auf, darunter auch Taucher. Es kann bei Tauchern auftreten, die zuvor bereits viele hundert Tauchgänge ohne Probleme absolviert haben.

Die Ursachen für IPE sind nicht immer bekannt, aber zu den möglichen physiologischen Faktoren zählen unter anderem:

  • Herzerkrankungen, Bluthochdruck und Übergewicht
  • Umverteilung von Flüssigkeiten
  • Kälteeinwirkung
  • Hoher Atemaufwand 
  • Überhydratation 
  • Medikamente 
  • Körperliche Anstrengung
  • Demografische Merkmale – über 50 Jahre alt und/oder weiblich

Man geht davon aus, dass IPE eher auftritt, wenn mehrere dieser Faktoren gleichzeitig vorliegen.

Wie beugt man IPE vor?

  • Eine gute Fitness bewahren
  • Während des Tauchgangs warmbleiben
  • Grenzwert für die Gasdichte einhalten
  • Überanstrengung vermeiden
  • Mit gut gewarteter Ausrüstung tauchen

Was sind die empfohlenen Erste-Hilfe-Maßnahmen bei IPE?

Wenn du einen unruhigen, nach Luft ringenden Taucher oder Schwimmer bemerkst und den Verdacht hast, dass er an IPE leidet, halte ihn an und lasse ihn ausruhen. Tritt keine Besserung ein, brich den Tauchgang ab und steige auf. An der Oberfläche sollte der Taucher das Wasser verlassen und 100-prozentigen Sauerstoff erhalten, während du den Rettungsdienst alarmierst. Betroffene, die bei Bewusstsein sind, fühlen sich möglicherweise wohler, wenn sie aufrecht sitzen, anstatt zu liegen, da dies die Belastung für das Herz verringert.

Betroffene, die husten, keuchen oder blutigen Schaum bzw. Auswurf zeigen, sollten gemäß den Erste-Hilfe-Richtlinien behandelt werden, einschließlich der Verabreichung von Sauerstoff und der Alarmierung des Rettungsdienstes. Das Einatmen von Sauerstoff kann jemandem mit Immersions-Lungenödem in manchen Fällen erhebliche Vorteile bringen und schadet auf keinen Fall.

Es gehört zum Standard in der Tauchbranche, dass ein Tauchbetrieb über Notfallsauerstoff verfügt. Stell sicher, dass bei allen Schulungen und Tauchgängen Sauerstoff bereitsteht. Versorge Betroffene im Rahmen des üblichen Erste-Hilfe-Protokolls für Taucher mit der höchstmöglichen Sauerstoffkonzentration. Selbst wenn sich ein betroffener Taucher an der Oberfläche scheinbar vollständig erholt hat, sollte er sich ärztlich untersuchen lassen und erst dann wieder tauchen, wenn er die ärztliche Freigabe erhalten hat. Taucher, die sich nicht zu erholen scheinen, leiden möglicherweise an einer anderen Grunderkrankung. Verzichte nicht darauf, sofort medizinische Notfallhilfe zu holen.


*In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten sind dabei ausdrücklich einbezogen, soweit es für die Aussage erforderlich ist.


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